• 1
  • 2

Informationen zum Arbeitsrecht 

Oft hängt von einem Einkommen nicht nur das persönliche Schicksal eines Betroffenen, sondern das einer ganzen Familie ab mit nicht übersehbaren wirtschaftlichen und sozialen Folgen.

Die Weichen für Sicherheit und Zufriedenheit am Arbeitsplatz werden schon beim Verhandeln des Arbeitsvertrages gestellt.

Im Verlauf der Beschäftigung erlangen oft Begriff gleichsam über Nacht eine große Bedeutung. Hierher gehören: Kurzarbeit, Teilzeitbeschäftigung, Weihnachtsgeld, Urlaubsanspruch, Mutterschutz, Abmahnung, Arbeitszeugnis, Schadenshaftung oder auch Insolvenz, Betriebsrat, Gewerkschaft ...

Einige dieser Begriffe sollen hier kurz angesprochen werden:

ARBEITSVERTRAG:

Zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber besteht eine soziale und auch wirtschaftliche Abhängigkeit. Daraus ergibt sich eine starke Schutzbedürftigkeit des Arbeitnehmers. Diesem Umstand wird in mehreren Gesetzen Rechnung getragen, z. B. im:

  • Kündigungsschutzgesetz (KSchG),
  • Bundesurlaubsgesetz,
  • Arbeitszeitgesetz,
  • im Sozialgesetzbuch ...

Der Arbeitsvertrag regelt die Rechte und Pflichten beider Parteien. Unscheinbare Aussagen im Arbeitsvertrag können später eine große Bedeutung erlangen. Jeder Arbeitnehmer sollte daher mit seinem Anwalt besprechen, an welcher Stelle des Arbeitsvertrages es sich lohnt, den Arbeitgeber zu einer kleinen „Nachbesserung" zu bewegen. Ihr Anwalt macht Sie auch darauf aufmerksam, wenn bestimmte Klauseln unzulässig sind oder der gesamte Arbeitsvertrag z. B. wegen gesetzeswidriger Vereinbarungen sogar unwirksam ist.

KÜNDIGUNG:

„...... müssen wir das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis zum oben genannten Termin kündigen ...."

War‘s das?

Rationalisierungen, Fusionen und leider auch Konkurse gehören zu den Erscheinungen einer sich im Wandel befindlichen Industriegesellschaft.

Jeder Arbeitnehmer kennt den Begriff „Globalisierung", viele fürchten ihn sogar als Vorwand für „Umstrukturierungen". Entlassungen sind die Folge.

Kennen Sie die Anforderungen an eine betriebsbedingte Kündigung?

Sagt Ihnen der Begriff der Sozialauswahl etwas?

Wie geht es nach einer Kündigung überhaupt weiter?

Anfang 2004 wurde das Kündigungsschutzgesetz geändert, was insbesondere Auswirkungen auf den Kündigungsschutz der Mitarbeiter kleinerer Betriebe, auf die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses durch Aufhebung oder Abfindung und auf die bei einer Kündigung zu berücksichtigende „Sozialauswahl" hat.

Im Jahr 2006 werden mehrere Änderungen im Arbeitsrecht auf uns zukommen, weil die Anpassung des deutschen Arbeitsrechtes an die „Europanorm" auf dem Terminkalender des Bundesarbeitsgerichtes steht.

Auch wenn zunehmend Tendenzen erkennbar sind, den arbeitsrechtlichen Kündigungsschutz zu lockern, sind an das Wirksamwerden einer Kündigung immer noch hohe Anforderungen gestellt. Eine beabsichtigte Kündigung kann für Arbeitgeber viele Fragen aufwerfen. Arbeitnehmer sollten wissen, in welchen Fällen sie einer Kündigung entgegentreten können.

Dies gilt - in Ausnahmefällen - sogar für Arbeitsverhältnisse bei Firmen mit weniger als 10 Mitarbeitern!

Kündigungen von Arbeitsverhältnissen werden häufig einer gerichtlichen Überprüfung unterzogen. Der Grund liegt in erster Linie in der Bedeutung des Arbeitsplatzes für den Arbeitnehmer, aber auch in der Kompliziertheit der arbeitsrechtlichen Materie.

Wegen der weitreichenden Folgen ist es für Sie wichtig, die Rechtmäßigkeit einer Arbeitgeberkündigung sofort überprüfen zu lassen.

Ihr Anwalt prüft Ihre Situation und Ihre Chancen bei einer Klage.

ACHTUNG:
Für die Klage läuft eine Drei-Wochen-Frist !

ABFINDUNG:
Ihr Bescheid auf Arbeitslosengeld:

„... musste die oben genannte Sperrfrist Ihres Arbeitslosengeldes festgesetzt werden, weil Sie ohne wichtigen Grund Ihr Arbeitsverhältnis durch einen Aufhebungsvertrag gelöst und dadurch die Arbeitslosigkeit zumindest grob fahrlässig herbeigeführt haben ......"

Sollte etwa dies „der Mühe Lohn" der Verhandlungen mit Ihrem Arbeitgeber sein ?

Gerade weil eine Kündigung oft nicht oder nur schwer durchsetzbar ist, wird eine andere Variante zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses angeboten. Sie erscheint vielen auf Anhieb verlockend: Ein Aufhebungsvertrag mit Abfindung.

Vorsicht!

Wußten Sie, daß - auch nach den Änderungen von 2004 - durch eine solche Abfindung Ihr Arbeitslosengeld in Gefahr ist, wenn sie nicht richtig formuliert ist?

Kennen Sie Begriffe wie Sperrfrist oder Ruhenszeit?

Haben Sie sich schon Gedanken darüber gemacht, was mit Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II auf Sie zukommen kann?

Wenn ein Arbeitgeber eine rechtmäßige Kündigung ausspricht, braucht er keine Abfindung zu zahlen! Wenn im Hinblick auf die Rechtmäßigkeit der Kündigung Bedenken bestehen, kann durch eine Kündigungsschutzklage auch die („freiwillige"?) Zahlung einer Abfindung erreicht werden.

Bei einer betriebsbedingten Kündigung kann unter gewissen Voraussetzungen auch eine Kündigungsschutzklage vermieden und eine außergerichtliche Einigung durch Zahlung einer Abfindung erreicht werden.

Es will also gut überlegt sein, ob man der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses zustimmt, gleich aus welchem Grund.
Da ist eine Beratung dringend angezeigt. Für alle Fälle